Humanoide Robotik – eine Technologie die wir bisher hauptsächlich aus Science-Fiction Filmen oder oberflächlich in Dokumentationen kennengelernt haben. Nun ist es zum Greifen nahe und günstiger denn je.

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Bob – das ist der Name eines interessanten Projekts des IOX LABs, welches ursprünglich durch den französischen Bildhauer “Gael Langevin” unter dem Namen “InMoov” als Open Source-Projekt ins Leben gerufen wurde.

Gael Langevin schaffte es innerhalb eines Jahres einen funktionierenden Roboter, bestehend aus 3D-gedruckten Teilen und ausgestattet mit Microcontollern (kleinen Prozessoren), zu entwickeln.  Dies schaffte er mithilfe einer stetig wachsenden  Community, welche er auf sich und sein Projekt aufmerksam machte, indem er all seine Baupläne und Ideen auf einer Open Source Plattform für Hardware namens “Thingiverse” veröffentlichte.

Somit hat heute jeder die Möglichkeit an diesem Projekt mitzuwirken, eigene Ideen einzubringen und die Daten für eigene Projekte zu verwenden. Langevin selbst betreibt das Projekt “InMoov” unkommerziell und finanziert das Vorhaben persönlich. Regelmäßig gibt es diverse Neuerungen, Updates und Optimierungen. Das Projekt zeigt uns, dass es kaum noch Grenzen für Robotik gibt und man zusammen etwas Großes schaffen kann.

Nun die Frage: Was hat das IOX LAB damit zu tun?

Wir beschäftigen uns mit dem Thema Internet der Dinge (engl. Internet of Things oder einfach IoT) und wie man Produkte intelligenter machen kann. Um erste Prototypen für innovative Produktideen zu bauen, setzen wir viele der Technologien ein die auch beim Bau von Bob genutzt werden (3D-Druck, Sensoren und diverse Microcontroller). Das Projekt Bob ist ein super  Anwendungsbeispiel, welches uns hilft diese Technologien spielerisch zu erlernen und anderen zu erklären – und macht uns auch einfach Spaß.

IoT umschreibt die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet, damit diese Gegenstände eigenständig über das Internet kommunizieren und so verschiedene Aufgaben für den Anwender erledigen können. Der Anwendungsbereich erstreckt sich dabei von einer allgemeinen Informationsversorgung über automatische Bestellungen bis hin zu Notfall- und Warnfunktionen.

Einfaches Beispiel: Die Heizung kann über das Internet mit dem Thermostat kommunizieren. Die Heizung weiß, dass der Bewohner gleich nachhause kommt und möchte ihm eine optimale Raumtemperatur bieten. Um das zu ermöglichen, erfragt er nun beim Thermostat die aktuelle Raumtemperatur, um diese dann entsprechend anpassen zu können. Gegebenenfalls kann sich die Heizung nun noch mit dem Smartphone vom Besitzer verbinden und spezifischere Informationen anfragen.

Dieses Prinzip lässt sich auf fast alles in unserem Leben anwenden – sei es beruflich (Industrie 4.0) oder privat. Für die Zukunft sind keine technologischen Grenzen gesetzt! Um das besser nach außen zu tragen und zu veranschaulichen, bauen wir “Bob”.  Er soll zeigen, was heutzutage bereits alles möglich ist.

Okay, nun haben wir eine Vision und ein Ziel – doch was brauchen wir, um unseren Freund zu bauen?

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Hier eine kleine Übersicht:

  • 3D-Drucker: Hiermit werden Bobs Körperteile gedruckt.3d-Printer-1024x683
  • Material für den 3D-Drucker (von Innofil3D)
  • Mikrocontroller (Arduino Mega): Darüber wird die ganze Technik angesteuert und befehligt.
  • Servos: Dienen zur Bewegung.
  • Kinect (optional): Ermöglicht die Erkennung von Bewegungsmustern.
  • Kameras (optional): Schenken Bob sein Augenlicht.

Spätestens beim 3D-Drucker, denken die meisten Leute nun vermutlich an utopisch teure industrielle Maschinen, die für den Normal-Verbraucher unbezahlbar sind.

Das stimmt auch – jedoch nur teilweise. So wie bei vielen Geräten, gibt es auch bei 3D-Druckern verschiedene Ausführungen, die sich in wiederum verschiedenen Preisklassen bewegen.

Wir verwenden den “Ultimaker 2”, welcher in der Anschaffung nur ca. 2300€ kostet. Einer davon reicht schon, um Bobs Einzelteile in exzellenter Qualität zu drucken. Wir haben das Glück drei Ultimaten zu besitzen, um den Bau zu beschleunigen. iGo3D – eine Plattform wo ihr 3D Drucker, 3D Scanner, Filamente & Zubehör zu einem fairen Preis kaufen könnt, hat uns 2 von den Ultimaten für dieses Projekt zur Verfügung gestellt.

Unser Druckermaterial haben wir von Innofil3D zur Verfügung gestellt bekommen. Dabei handelt es sich unserer Erfahrung nach um sehr hochwertiges, aber trotzdem bezahlbares Material. Die Mikrocontroller, Servos und alles weitere kann man relativ günstig bei Ebay oder sonstigen Kaufportalen erwerben.

Die Kosten für alle Teile, Verbrauchsmaterialen und Maschinen (ohne 3D-Drucker) für das gesamte Projekt belaufen sich auf ca. 1000€.

1000€ für einen Roboter, welcher von der Qualität und den Möglichkeiten her normalerweise das zehn- bis hundertfache kosten würde.

Was vor ein paar Jahren noch eine ferne Science-Fiction-Fantasie war, ist heute für jeden umsetzbar.

Doch wie funktioniert diese Umsetzung genau? Wie organisiert man sich so, dass man im Projekt die Übersicht behält?

Das und mehr, erfahrt ihr im nächsten Teil!

 

Über den Autor:

Joel Pellegrini ist 20 Jahre alt, hat sein Fachabitur mit Schwerpunkt Wirtschaft gemeistert und ist aktuell Praktikant im IOX LAB. Dort arbeitet er unter anderem an Projekten wie „Bob“.

 

Wie du deinen humanoiden Roboter für unter 1500€ 3D-drucken und bauen kannst

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