Planung, Organisation und Sorgfalt – das sind 3 wichtige Punkte, um solch ein Projekt wie Roboter „Bob“ effizient umzusetzen. Durch ein richtiges System ist man nicht nur schneller, sondern man hat auch wesentlich weniger Arbeit.

Im letzten Teil haben wir ja bereits eine kleine Auflistung an benötigten Materialien und Komponenten veranschaulicht, diese müssen wir jetzt nur noch zuordnen.

Ganz grob kann man Bob aber in 2 fundamentale Bereiche differenzieren – Körper und Technik.

Ähnlich wie bei Lego, müssen wir erstmal alle Teile zusammenbekommen, sortieren, zuordnen und anschließend zusammenbauen. Dafür gibt es einige Hilfsmittel.

Fangen wir mit dem zeitintensivstem Teil an: Dem Drucken von Bobs Einzelteilen.

Am einfachsten wäre es natürlich, wenn alle Teile in einer großen Legokiste liegen würden und man sie nur noch den einzelnen Bereichen zuordnen und nach Anleitung zusammenbauen müsste. Den Luxus haben wir jedoch leider nicht und müssen auf vereinzelte Teile teilweise mehrere Stunden warten.

Um die Zeit zwischen den Druckvorgängen nicht ineffizient vergehen zu lassen, erstellen wir einen Druckplan. Die Homepage von InMoov greift uns dabei zum Glück etwas unter die Arme, denn von Kopf bis Fuß haben wir unterteilte Übersichten von benötigten Druckteilen.

Wir haben nun im ersten Schritt für jedes Körperteil eine digitale Tabelle angelegt, in welcher wir verschiedene Informationen ablegen, die uns z.B. sagen, welche Teile wir bereits gedruckt haben, wie lange der Druckvorgang dauern wird und wie viel Material wir brauchen.

Hier z.B. die Tabelle vom rechten Oberarm:

3d-druck

 

In der Regel versucht man immer so zu drucken, dass man die fertiggestellten Teile sofort zusammenbauen kann. Jedoch kann es durchaus schon mal vorkommen, dass sich einige Teile ansammeln, oder man plötzlich anfängt parallel ein anderes Körperteil zu drucken.

Wie man sich vorstellen kann, könnte dies durchaus rapide in Chaos enden. Aus diesem Grund haben wir begonnen, die einzelnen Teile mit schwarzem beschriftetem Tape zu bekleben und sie in Rollcontainern einzuordnen. Damit auch nichts durcheinander kommt, gibt es für jedes Körperteil separate Fächer.

Als kleinen Tipp: Druckt niemals quer und unorientiert durcheinander. Versucht immer erst ein Körperteil fertig zu drucken und dieses ggf. schon mal zusammenzusetzen. Anschließend schaut ihr dann, welches Teil im nächsten Schritt am sinnvollsten wäre.

Wenn ihr gerade z.B. den linken Arm fertiggestellt habt, wäre es z.B. sinnvoll erstmal die linke Schulter oder die linke Hand auf den Druckerplan zu setzen.

Bevor wir nun zur Zusammensetzung der Teile kommen, erkläre ich euch noch kurz den Ablauf eines Druckvorgangs: Wenn man sich nun sein erstes Teil ausgesucht hat, lädt man sich die entsprechende Datei im stl.-Format runter, um diese anschließend über ein 3D-Rendering-Programm öffnen zu können. Wir verwenden hierfür “Cura”. Dort wird das 3D-Modell nun visualisiert und man kann seine ersten Druckeinstellungen vornehmen.

Wenn dies erledigt ist, können wir die Datei auf einer SD-Karte abspeichern, welche nun vom Drucker eingelesen werden kann. Dort können wir abschließend noch ein paar Einstellungen vornehmen. Beim Ultimaker müssen wir z.B. noch grundsätzliche Einstellungen bei Geschwindigkeit und Temperatur vornehmen.

3D-Druck

Wenn der Druckvorgang einmal gestartet ist, läuft eigentlich alles von alleine und es heißt Warten!

Nun kommen wir zum eigentlichen spannenden Teil: Das Basteln und Werkeln!

Wie euch vermutlich auffallen wird, sind die Teile so konstruiert, dass man sie ganz einfach ineinander stecken kann. Klingt simpel – ist es auch.

Was brauchen wir? Geduld, eine Anleitung und ggf. eine Pfeile.

Die Anleitungen für die einzelnen Teile findet ihr auf der Seite von inMoov. Über den Menüpunkt “Build yours” könnt ihr die einzelnen Body-Parts anwählen und findet dort auch einige Anleitungen. Die Step-to-Step Bauanleitungen findet man meistens am Rand als PDF-Datei.

An sich könnt ihr die Teile nun sorglos zusammenbauen, jedoch würde ich immer empfehlen, parallel dazu die technische Anleitung mitzulesen, damit ihr nicht zu weit baut und anschließend nicht mehr die Technik verbauen könnt.

Je nachdem wie gut euer Drucker ist, bzw. wie hoch ihr die Druckqualität eingestellt habt, ist es nämlich garnicht mal so einfach die Teile zusammenzubekommen. Noch schwieriger ist es, die Teile hinterher wieder voneinander zu trennen.

Aus diesem Grund brauchen wir auch die Pfeile, denn oft müssen wir die einzelnen Teile vor dem Zusammensetzen noch etwas bearbeiten. Jedoch sollte man dabei vorsichtig vorgehen, weil einem sonst ärgerliche Fehler unterlaufen.

“Fehler” können einem ständig passieren und sind bei solch einem Projekt meist sehr ärgerlich, aber oft auch leicht zu vermeiden. Aus diesem Grund werden wir im nächsten Beitrag genau damit fortfahren und etwas genauer auf das Thema eingehen, um euch für jede Situation zu wappnen.

 

Über den Autor:

Joel Pellegrini ist 20 Jahre alt, hat sein Fachabitur mit Schwerpunkt Wirtschaft gemeistert und ist aktuell Praktikant im IOX LAB. Dort arbeitet er unter anderem an Projekten wie „Bob“.

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