Stellt euch folgende Situation vor: Ihr druckt ein größeres Teil auf dem 3D Drucker und stellt nach 13 Stunden fest, dass der Prozess wohl mitten im 3D Druck abgebrochen ist.

Das ist nur eines von vielen Szenarien, welches euch widerfahren könnte.

Diesmal werde ich euch unter anderem erzählen, wie Du  Fehler vermeiden und somit Zeit, Material und Aufwand sparen kannst.

Das beginnt schon beim Rendern des 3D-Modells. Dabei ist darauf zu achten, dass die Objekte in der Vorschau so platziert werden, dass der Drucker diese auch drucken kann.

Wenn man beispielsweise eine Pyramide 3D-drucken möchte, wäre es z.B. keine gute Idee, die Spitze nach unten zu setzen. Auch wenn das jetzt “selbstverständlich” klingt, ist es wichtig darauf zu achten, weil es oft genug vorkommt, dass Objekte unvorteilhaft auf die virtuelle 3D-Platte gesetzt werden.

Robert aus dem 3D Druck

Ein weiteres Problem ist “fehlerhaftes Rendering”. Man sollte immer darauf achten, dass man das in Cura eingefügte Objekt bis zum Ende rendern/laden lässt, weil sonst der Druck darunter leiden könnte. Stellt bitte auch immer sicher, dass die Übertragung von Programme auf SD-Karte sauber verläuft.

Die nächste Station an dem Ihr Fehler vermeiden könnt, ist der Blick auf den Zustand des Druckers und des Materials. Über Dinge wie “Ist der Drucker richtig Konfiguriert?” oder “Ist noch genug Material eingelegt?” kann man sich schnell Klarheit verschaffen und sich viel Ärger ersparen.

Doch was machen, falls man mitten im 3D-Druck doch mal merken sollte, dass das Material nachgefüllt werden muss? Beim Ultimaker hat man während des Druckvorgangs noch die Möglichkeit den Druck zu pausieren, das Material auszuwechseln und den Druck anschließend wieder fortzufahren.

Jedoch ist zu empfehlen, den Materialstand vorher immer zu prüfen.

Ein auch sehr beliebter Fehler ist es, dass man nach dem Druckstart (während des Erhitzens) in die Settings geht und diese anschließend nicht wieder verlässt. Das kann dazu führen, dass der Druckprozess nicht startet.

Beim Druckvorgang selbst, sollte man nach der ersten gedruckten Layer schauen, ob das Objekt auch wirklich sauber gedruckt wird. Entsprechend stellen wir die Druckgeschwindigkeit zum Anfang auch immer erst auf 80% und erhöhen anschließend auf 150%

Ansonsten kann man jedoch nicht viel falsch machen, da der Drucker nun alles erledigt.

Man kann schlechtem Druckverhältnis und Fehler beim Druck selbst jedoch am besten vorbeugen, indem man hochqualitatives Material verwendet. Wir haben uns da für das “Innofil PLA Filament 2,85mm” entschieden.

Insbesondere wenn man einen Drucker aus der Ultimaker-Reihe verwendet, ist das Material die erste Wahl. Der Hersteller setzt dabei auf ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis, exzellente Farbqualität – durch die sorgfältige Auswahl von Farbpigmenten und auf einen einwandfreien Druckprozess, bei dem verstopfte Drüsen der Vergangenheit angehören.

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Zudem ist man beim PLA-Filament nicht mehr von einem beheizten Bett “Druck-Platte” abhängig, da das Material sich beim Abkühlen nicht verändert.

Ansonsten kann es beim “ABS-Filament” z.B. auftreten, dass das Objekt beim Abkühlen durch den Effekt des “Warpings” etwas schrumpft.

Zu guter Letzt ist es auch noch das umweltfreundlichste Material, welches man zum Drucken verwenden kann. Da es auf Maisstärke basiert, ist es unter industriellen Bedingungen abbaubar.

Wie ihr seht, ist man mit dem Filament von Innofil3D schon ziemlich gut für jegliche Situationen gerüstet, aber was tut man, wenn die Nozzle (Drüse) irgendwann doch mal verstopft sein sollte?

Diese Frage ist meist nicht pauschal zu beantworten, da die Verstopfung oft verschiedene Ausmaße hat und entsprechend verschieden zu lösen ist.

Im besten Fall muss man die Nozzle nur manuell erhitzen und das Filament etwas bewegen, bis man sieht, dass es wieder einwandfrei funktioniert.

Manchmal setzt sich das Filament aber so sehr fest, dass man es mit dem Prozess nur noch mehr Material hinzugibt, welches dann auch wieder an der Nozzle abkühlt und sich verfestigt. Unsere Lösung dafür ist folgende:

  1. Man nimmt sich ein Stück Filament (im besten Fall, in einer anderen Farbe)
  2. Nun erhitzt man den Drucker auf die maximale Stufe und fügt das Stück Material so ein, wie man es normalerweise mit der ganzen Material-Trommel machen würde.
  3. Nun kann es sein, dass das Material direkt durchgeht und es wieder funktioniert. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann lasst ihr den Drucker in genau dieser Position für ca. 2 Min. etwas runterkühlen und zieht anschließend das Filament wieder heraus.
  4. Durch diesen Prozess sorgt ihr dafür, dass das Filament in der Nozzle sich erst etwas liquidiert und sich beim Abkühlen wieder mit dem eingesetzten Material verfestigt. Dadurch könnt ihr das störende Material mit dem eingesetzten Material zusammen aus der Nozzle ziehen.
  5. Es kann sein, dass man diesen Prozess 2-3 mal wiederholen muss. Anschließend sollte die Nozzle wieder frei sein.

Falls ihr nach diesem Prozess immer noch Probleme haben solltet, kann es sein, dass ihr die Drüse komplett austauschen müsst.

Wenn der 3D-Druck nun beendet ist, kannst Du endlich Zusammenbauen. Auch wenn der Vorgang relativ simpel ist, können einem auch dabei Fehler passieren.

Anders als beim Puzzeln, kann es hier auch mal passieren, dass Teile zusammenpassen, die aber nicht zusammengehören. Wenn ihr das früh genug merkt, ist es meist halb so wild, aber wenn ihr die Teile bereits komplett verbunden habt, ist es schon ziemlich knifflig, diese wieder voneinander zu lösen.

Am wichtigsten ist es, dass ihr nun nicht mit roher Gewalt vorgeht. Das Material hält zwar viel aus, aber mit genug Kraftaufwand, können die Teile durchaus schnell brechen.

Vorallem die Verbindungsstellen sind dafür sehr anfällig.

Am besten fixiert ihr eins von den beiden Teilen und versucht das Teil nach und nach mit einer Wacksel- und Ziehbewegung zu lösen.

Im schlimmsten Fall müsst ihr die Teile neu drucken.

Nun habt ihr ggf. noch dieses Szenario: Ihr habt die meisten Teile schon zusammengesetzt und habt euren persönlichen Roboter schon vor Augen. Nun fehlen euch aber noch die Motoren. Aber das ist ja kein Problem, die kann man ja schnell bestellen, oder?

Nein, so ist es leider nicht. Viele Servos sind oft ausverkauft, nur in geringer Zahl verfügbar oder haben lange Lieferzeiten. Entsprechend solltet ihr euch am besten schon zum Anfang um die Motoren kümmern.

Macht euch dazu einen kleinen “Kaufplan” und versucht dann alles auf einmal zu bestellen.

Wir beziehen die meisten Motoren hier.

Wenn ihr das jedoch schon erledigt habt, kann man nun zum technischen Teil kommen.

Doch was muss an dafür Programmierer und wie steuert man die Servos über den Arduino an? Damit beschäftigen wir uns im 4. Teil unserer Artikelreihe.

 

Über den Autor:

Joel Pellegrini ist 20 Jahre alt, hat sein Fachabitur mit Schwerpunkt Wirtschaft gemeistert und ist aktuell Praktikant im IOX LAB. Dort arbeitet er unter anderem an 3D-Druck Projekten wie “Bob”.

Wie du deinen humanoiden Roboter für unter 1500€ 3D-drucken und bauen kannst – Teil 3

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