“Na toll, die Halterung für meine Leselampe ist kaputt. Wo krieg’ ich denn jetzt so schnell ein Ersatzteil her? Ich möchte heute nach meinem Feierabend unbedingt noch das letzte Kapitel zu Ende lesen.

Oh man, die Arbeit lässt heute echt nicht zu, dass ich nochmal schnell zum Elektrikshop fahre. Vielleicht finde ich ja was im Internet!

Moment mal, was? 15€ für so ein mickriges Ersatzteil….und dann auch noch 3 Tage Lieferzeit? Da kann man sich ja direkt eine komplett neue Lampe für kaufen.

Huch, was sehe ich denn da? 3D-Druck Vorlage für eine Halterung.

Das ist ja praktisch. Mein Bruder hat doch so ein 3D-Druck-Dingens bei sich rumstehen, der kann mir das bestimmt drucken.”

Das wäre eins von unzähligen Anwendungsmöglichkeiten für den heimischen 3D-Druck.

Der Druck von Objekten beschränkt sich schon lange nicht mehr auf die Industrie, sondern ist für jeden privat anwendbar und zudem auch bezahlbar. Genauer gehe ich darauf in meinem 1. Teil der Artikelreihe “Wie du deinen humanoiden Roboter für unter 1500€ 3D-drucken und bauen kannst” ein. Dort erkläre ich euch auch, wie

Von Ersatzteilen, über Tools bis hin zu richtigen Haushaltsprodukten, kann man sich alles ausdrucken. Auf weitere Beispiele werde ich nachher nochmal etwas genauer eingehen.

Nun bleibt erstmal die Frage: Wo kriege ich all diese tollen 3D-Models (.stl-Dateien) her, wenn ich nicht gerade die Möglichkeit habe, sowas selbst zu erstellen?

Für sowas gibt es unzählige Plattformen, eine davon ist Thingiverse.

Dort findet ihr unzählige finale 3D-Models, die kategorisch sortiert sind.

3d-druck

Von Gadgets bis hin zu Household, Tools und Toys&Games ist so ziemlich jeder Bereich vertreten. Wie euch auffallen wird, ist der meiste Content dort auch wirklich eher für den Privatnutzer ausgelegt. Die Devise lautet: Von normalen Leuten, für normale Leute.

Alles was ihr auf der Seite finden werdet, ist von der Community erstellt und zur Verfügung gestellt.

Diese könnt ihr dann einfach runterladen, über euer 3D-Programm (z.B. Cura) rendern und anschließend ganz einfach ausdrucken.

Bei manchen Objekten, habt ihr sogar noch die Möglichkeit, diese anschließend oder direkt über das Web-Tool “3D Slash Customizer” von Thingiverse zu bearbeiten und für euch anzupassen.

Wenn ein Objekt z.B. Schriftzüge enthält, könnt ihr diese ganz einfach nachträglich editieren und anpassen.

Entsprechende Anleitungen lassen sich auf der Seite finden.

Hier mal ein paar Beispiele für die einzelnen Anwendungsbereiche:

  • Hier findet ihr eine standardisierte Ersatz-Taste für ein Cherry-MX Keyboard. 3d-druck

Anstatt, dass ihr euch die entsprechende Taste in irgendeinem PC-Shop kauft oder sogar im Internet bestellen müsst, könnt ihr euch die Taste für sehr geringen Aufwand und sehr geringe Kosten einfach neudrucken. Das ist nur eins von vielen Beispielen, was das Thema Ersatzteile betrifft.

Man kann sich für alles Erdenklich irgendein Ersatzteil drucken – Ersatzteile, die normalerweise teuer, schwer zu bekommen oder gar nicht mehr auf dem Markt sind.

Im besten Fall kann man sowas selbst designen, da man oft halt schon ziemlich individuelle Ansprüche hat. Jedoch findet man gerade bei bekannteren Serien-Modellen, oft schon fertige Modelle im Internet.

  • In diesem Fall haben wir eine Art Pflanzentopf, welcher sich selbst bewässert.
    Wir haben ein alltägliches Produkt mit einer smarten Funktion.3d-druck
    Solche praktischen Gadgets sind oft gar nicht so schwer zu entwerfen, man braucht nur einen Weg sie zu entwickeln. Der 3D-Druck bietet kreativen Köpfen somit einen Weg, sich selbst zu entfalten, ihre Ideen umzusetzen und diese auch mit der Community zu teilen.
  • Ganz klassisch kann man sich jedoch auch Werkzeuge ganz einfach selber drucken. Hier haben wir z.B. einen funktionstüchtigen Schraubenschlüssel.

Man könnte jetzt ewig so weitermachen. Von Hilfsmittel, über Bauteile bis hin zu Spielzeug, wird man unendlich viele verschiedene Druckvorlagen für die verschiedensten Bereiche finden.

Der 3D-Druck ist nicht der nächste große Schritt, der 3D-Druck ist bereits vorhanden! Die Technik ist da, man muss sie nur noch nutzen.

Das bezieht sich jedoch nicht nur auf den privaten Anwendungsbereich, sondern auch auf Bereiche, die diese Technologie in noch einem viel größeren Umfang und mit viel mehr Mitteln nutzen könnten.

Auf diese Bereiche werden wir in den nächsten Teilen der Artikelreihe eingehen.

 

Hör’ mal, wer da druckt – 3D-Druck im Alltag

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